Workshops

Im Workshop wird spielerisch zum Thema „Gesundheit und Körperlichkeit” gearbeitet. Anhand dreier Methoden, soziometrische Übung, Kreatives Arbeiten und einer Übung zum Thema „eigene Grenzen” wird der Bezug zur Thematik hergestellt. Dabei liegt der Fokus, auf den eigenen
Bedürfnissen der Jungen und der Umgang mit Situationen, in denen sie nicht auf sich selbst achten.

Jungengesundheit: Förderung der eigenen Bedürfnisse

Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen. Das weiß zumindest jeder Kinderarzt. Aber was ist mit Jungen und Mädchen? Sind sie gleich? In der „Erwachsenenmedizin” ist bekannt, dass Frauen und Männer unterschiedlich sind. Viele Erkrankungen, ob somatisch oder psychisch, ob Unfall-oder Suchtgefährdung, ob Suizidalität, Essstörung oder Verhaltensstörungen, haben schon in der Kindheit eine klare Geschlechterwendung. Dabei sind Jungen in vielen Bereichen das eigentlich „schwache Geschlecht”. Die schulischen Leistungen liegen unter denen der Mädchen, die Unfallgefährdung ist bei Jungen höher, und mehr Jungen leiden unter Depressionen und Verhaltensauffälligkeiten.
(aus Bernhard Stier, Reinhard Winter (Hrsg.): Jungen und Gesundheit. Ein interdisziplinäres Handbuch für Medizin, Psychologie und Pädagogik. Kohlhammer, Stuttgart 2013)

Ablauf des Workshops: Gesundheit & Körperlichkeit

„Hallo”- Wer bin ich? Vorstellung von Marc Melcher

Warming up:

Bevor eine Gruppe richtig loslegen kann, muss sie sich aufWärmen und aufeinander einlassen.
Vielleicht muss Ballast vom Alltag abgeworfen werden oder es muss einfach ein bisschen Bewegung stattfinden, um sich auf Neues einzulassen. Dafür sind diese Warmup-Spiele ideal. Sie ermöglichen einer Gruppe, aus dem Alltag auszubrechen und sich kleinen Herausforderungen zu stellen. Die Gruppe kommt so in Bewegung.

 

Methoden Erläuterung:

Die Gruppe formiert sich in einem Kreis. Jeder Jungen merkt sich seinen Nachbarn zur Linken. Dann mixt sich die Gruppe und stellt ein Viereck jeder merkt sich seinen „neuen” linken Nachbarn. Nochmaliges „mixen” und die Gruppe stellt sich in eine Reihe und wieder wird der Nachbar sich gemerkt. Danach formiert sich die Gruppe zu den hineingerufenen Formen „Kreis”, „Viereck” oder „Linie”. (5 Minuten)

„Wo stehst du?” eine Soziometrische Übung

Begriff und Methode stammen aus der empirischen Sozialforschung und wurden von Jakob Moreno 1934 eingeführt, um die Beziehung von Gruppenmitgliedern zu ermitteln, abzubilden und auszuwerten.
Im Workshop dienen sie vor allem der Eigen- und Fremdwahrnehmung. Die teilnehmenden Jungen stellen sich nach bestimmten Merkmalen im Raum auf. Bei dieser Übung erfolgt die Aufstellung gruppiert (4 Ecken).
Bei der Übung geht es vor allem darum sich zu positionieren und langsam in das Thema „einzutauchen”. Die teilnehmenden Jungen denken über ihre eigene Entscheidungsfindung nach und interessieren sich für die Gründe der anderen, sich genauso, oder anders aufgestellt zu haben.
Folgende Zuordnungen gab es:

Mein Lieblingsessen ist…

  • A- Veggie
  • B- Vegan
  • C- mit Fleisch
  • D- mit bestimmten Fleisch

Dein Lieblingsgetränk?

  • A- Cola
  • B- Eistee
  • C- Mineralwasser
  • D- Apfelsaftschorle

Deine liebste Freizeitbeschäftigung?

  • A- Chillen
  • B- Grillen
  • C- Sport
  • D- Chatten oder zocken?

In Folgenden Land würdest du gerne mal Urlaub machen…

  • A- Schweden
  • B- Marokko
  • C- USA
  • D- Thailand

Ich war/ konnte/ hatte schon einmal wegen der Schule…

  • A- Gereizt
  • B- nicht einschlafen
  • C- Kopfschmerzen
  • B- Bauchschmerzen

Auf mich zu achten bedeutet für mich?

  • A- Sport zu machen
  • B- zu schauen, dass ich mich wohl fühle
  • C- das ich Mich gesund ernähre
  • D- „machen Andere”

Wenn ich Stress habe dann…

  • A- muss ich mich auspowern
  • B- zocke ich
  • C- muss ich mich ausruhen
  • D- höre ich Musik

Wenn ich Hilfe benötige

  • A- mach ich das mit mir selbst aus
  • B- frage ich meine Eltern
  • C- frage ich meine Geschwister
  • D- gehe ich zu einem Vertrauenslehrer oder Vertrauenslehrerin

25 Minuten Soziometrische Übung: 5 Minuten Erklärung/ 20 Minuten Durchführung & Reflexion (25 Minuten)

Kleingruppenarbeit / Kreativ

Den teilnehmenden Jungen werden die folgenden beiden Fragen gestellt.
Was bedeutet Gesundheit für euch? Sammelt mal die Dinge die ihr damit verbindet?
In 4 Kleingruppen schreiben und malen die teilnehmenden Jungen alle Dinge auf, die ihnen zu den Fragestellungen einfallen. Sie tauschen sich hierzu in der Kleingruppe aus. Anschließend wird das aufgezeichnete und geschriebene analysiert und besprochen. 30 Minuten

Übung „High Noon”

Die Übung wird als von zwei Freiwilligen als erstes durchgeführt.
Jeder Mensch hat seine persönliche Grenze für angenehme Nähe und Distanz. Natürlich variiert diese Grenze je nach Vertrautheit mit bestimmten „nahe stehenden” Personen. Dennoch gibt es einen (kulturell bedingten) mehr oder weniger allgemeingültigen Mindestabstand: Eine Armlänge (der größeren Person) plus eine Hand. Das ist der Abstand, den Menschen brauchen, um sich in Gegenwart eines anderen wohl zu fühlen. In dieser Übung ist sehr gut zu beobachten, dass die meisten Menschen ihren Übungspartner vor Überschreitung dieser persönlichen Grenze zum Stehen bringen. Ziele: – Spüren und Erleben von persönlichen Grenzen — meine „zweite Haut” – Spüren und Erleben der Grenzen anderer – Den „Mindestabstand” kennenlernen Umsetzung: TN gehen paarweise zusammen. Eine/r von Belden stellt sich an einem freien Platz im Raum auf (es muss genügend Platz vorhanden sein) und konzentriert sich auf sein Grounding-Centring-Focussing.
Der/die Andere stellt sich in großem Abstand (ca. 5 Meter) vor seine/n Partner/in hin und bewegt sich mal langsam und mal schnell auf diese/n zu. Der/die Stehende hat die Aufgabe, „STOPP” zu sagen, wenn der Andere ihm/ihr nahe genug gekommen ist, also wenn die persönliche Grenze von angenehmer Nähe erreicht ist. Das Ganze wiederholt sich, indem die Richtungen und das Tempo der Annäherung variiert werden. Anschließend werden die Rollen getauscht. Während der Übung tauschen sich die Partner/innen immer wieder darüber aus, wie es sich anfühlt, wenn sich der/die andere aus den verschiedenen Richtungen und auf verschiedene Arten nähert.

Fragen zur Auswertung:

  • Was ist es für ein Gefühl, wenn die Persönliche Grenze überschritten wird?
  • Woran merkt man, dass die Grenze erreicht ist?
  • Was für Impulse löst das Überschreiten der persönlichen Grenze aus?

30 Minuten
Ausklang und Hinweis auf die Flyer der Beratungsstellen.

 

Zu meiner Person:

Marc Melcher
Diplom Pädagoge, Leiter der Fachstelle Fokus Jungs- Fachstelle für Jungenarbeit in Hessen
Vita:
Nach dem Studienabschluss arbeitete ich 8 Jahren lang in einer offenen Kinder und Jugendeinrichtung in Hanau.
Seit 2009 bin ich Bildungsreferent beim Paritätischen Bildungswerk Bundesverband.
Vom Dezember 2010 bis zum Sommer 2013 war ich Mitglied im Beirat für Jungenpolitik des BMFSFJ.
Seit Oktober 2015 Fachreferent von „Fokus Jungs-Fachstelle für Jungenarbeit in Hessen” beim Paritätischen Bildungswerk Bundesverband.

 

Marc Meicher
Bildungsreferent
Diplom Pädagoge
Tel.: 069/6706-231 Fax: -203
Email: melcher@pb-paritaet.de

www.jungenarbeit-hessen.de

PARITÄTisches Bildungswerk
Bundesverband e.V.
Heinrich-Hoffmann-Str. 3
60528 Frankfurt am Main
www.pb-paritaet.de

 

Nächster Termin:

keine Termine

 

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